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Cyber-Mobbing - Im Netz verleumdet

Cyber-Mobbing - Im Netz verleumdet — ein Opfer erzählt - Kölner Stadt-Anzeiger

Auszug:

Es gibt keine Behörde, keine Ansprechpartner und keine „Internetpolizei“, an die sich Opfer von Diffamierungen wenden können. Die einzige Möglichkeit, seinen Ruf wiederherzustellen, besteht in der Kontaktaufnahme zum Betreiber der betreffenden Webseiten, auf der die Verunglimpfungen stattfinden.

Rufschädigung im Internet hat einen ganzen Markt hervorgebracht. Zahlreiche Dienstleister bieten mittlerweile Reputationsmanagement an. „Ich bin nicht unmittelbar betroffen und habe deshalb einen nüchternen Blick auf die Angelegenheit. Außerdem habe ich Kontakte und Ansprechpartner, nach denen Privatpersonen lange suchen würden“, sagt Joachim Weifels.

Er erstellt zunächst ein Gutachten für seine Klienten, in dem er den aktuellen Stand der Diffamierung dokumentiert. Dieses Schreiben schickt er an den Webseitenbetreiber, mit der Bitte, die betreffenden Beiträge zu löschen. „In Bewertungsportalen lässt sich ziemlich schnell erkennen, wann eine ungerechtfertigte Attacke im Gang ist“, sagt Weifels.

Sich rächende Personen haben meist eine geringe Anzahl an veröffentlichten Kommentaren in ihrem Profil vermerkt, sie sind also erst vor kurzen in Erscheinung getreten. Außerdem ähneln sich in den Bewertungen der Schreibstil und eventuell sogar Rechtschreibfehler.

Die Menschen gehen zu naiv mit dem Internet um

Ein klares Anzeichen für geplanten Rufmord ist die knappe zeitliche Folge, in der die Kommentare beieinanderliegen. In solchen Fällen ist eine Löschung durchaus möglich; schwierig, und unter Umständen existenzbedrohend wird es für Personen und Unternehmen, wenn sie zum Beispiel auf der Google-Maps-Seite in die Schusslinie geraten. Auf den Straßenkarten sind Arztpraxen, Anwaltskanzleien und andere Dienstleister verzeichnet, zu deren Adresse jeder Nutzer eigene Kommentare hinzufügen kann.

„Derjenige, der dort etwas geschrieben hat, kann selbst aber nichts mehr von der Seite löschen“, weiß Weifels. Die einzige Möglichkeit, die Diffamierungen zu löschen, besteht im Engagement des Betroffenen. „Ich muss beweisen, dass es dort um meine Person geht. Dann kann ich mich bei Google einloggen und die Kommentare löschen. Vorher nicht“, so Weifels. Das heißt also, sich ganz aus dem Internet „rauszuhalten“ ist keine Möglichkeit, der Rufschädigung zu entgehen.

http://www.ksta.de/html/artikel/1310466229249.shtml

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